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Über das Schreiben von Kurzgeschichten

Hier können Sie noch einmal die knappe Zusammenfassung zum Workshop Kurzgeschichten schreiben lesen.

Workshops können bei mir entweder gebucht werden oder Sie fragen einfach nach dem nächsten Termin, um teilzunehmen.

1) Einleitung (des Workshops)

Es gibt nicht die Kurzgeschichte. Jede hat ihre eigene Gesetzte. (Heinrich Böll)

- Warum wollen Sie schreiben, warum schreibe ich, was soll Thema der Kurzgeschichte sein?  www.wortmagier.de
- Woher beziehe ich Inspiration? Neugier + Wissen = Inspiration

2) Hauptteil

2.1 Die Kürze

-   Ein Hauptmerkmal ist ihre Kürze, abgegrenzt zur Novelle mit mittlerer Länge und dem       
    Roman in voller Länge, sie kann dennoch bis zu dreißig (Norm)Seiten lang sein. Wichtig ist, dass man die Geschichte in einer Sitzung lesen kann.       
    In Wettbewerben meist vorgegeben Normseite:

        1,5 Zeilenabstand,

        30 Zeilen,

        60 Spalten (Zeichen pro Zeile),

        Schriftart: Times New Roman,

        Schriftgrad: 12,

        Blocksatz
        ohne automatischen Zeilenumbruch,

        Kopfzeile mit Titel der Kurzgeschichte und Seitenzahlen,

        Fußzeile mit persönlichen Angaben     

- Die Kürze wird erreicht durch die Verdichtung des Inhalts

Je mehr du kürzest, desto eher wirst du gedruckt! (Anton Tschechow)

2.1.2 Die Verdichtung
- Andeutungen (Achtung Sex!) z. B. Excalibur S.52
- Bezugnahme auf aktuelle Themen, die nur durch anreißen des Themas charakterisiert
  ist z.B. Fragment per E-Mail (in der Rubrik Kurzgeschichte zu lesen)
-  Aussparungen
-  Metaphern (0/11 für Anschlag auf das Worldtradecenter)
-  Symbole (Sinnbild) z.B. die 5 Ringe für olympische Wettkämpfe
-  Lakonische (sehr knappe) Sprache

2.2 Der Anfang

- nur eine kurze Einleitung, wenn überhaupt

- sofortiger Einstieg z.B. mit der Vorstellung der Protagonisten oder der Schilderung des Problems z.B. Excalibur S.1

2.2.1 Die Einleitung

- keine Beschreibung von Orten oder Wetter, es sei denn, dies ist schon ein Teil des Problems der Protagonisten (z.B. in Extremsituationen)

- eine kleine Einleitung z.B. Vampire sind überall S. 172

2.2.2 Der Protagonist
- meist nur zwei handelnde Personen (ist aber kein Absolutem)
- in der Kurzgeschichte Helden wie wir, also Normalos
- Vorstellung der Hauptcharakteristika aus den Bereichen
1.    Physiognomie: Aussehen, Größe, Statur, Augen z.B. Excalibur S.10
2.    Soziologische Herkunft / Aktueller sozialer Stand z.B. Reise S.197
3.    Psychologische Stabilität z.B. Excalibur S.33
- lerne deine Protagonisten erst einmal richtig kennen, bevor du anfängst zu schreiben
- lege für jeden deiner Protagonisten einen Lebenslauf an und schreibe auch hinein, was sie ihrem Analysten auf jeden Fall verheimlichen würden!


2.3 Die Sprache
- Alltagssprache, möglichst knapp gehalten
- Chronologisches erzählen möglichst ohne Rückblenden
- Die Vergangenheitsform (Präteritum)
- Die erzählte Zeit beträgt meist nur wenige Minuten / Stunden aus dem Leben der Protagonisten

2.3.1 Spannung aufbauen
- Um beim Leser das Mitfühlen zu erzeugen, nicht auf mit den Sinnen erfassbare Details verzichten und nicht auf das Sehen beschränken

- nicht an starken Adjektiven sparen (sind die Wolken grau oder sturmgepeitscht?)
- Mitfühlen ist für Spannung unerlässlich z.B. Spannendes Mittelalter S.33
- Emotionale Verdichtung des Problems (Wenn der Protagonist es nicht löst, wird er nie wieder glücklich oder sterben)


2.4 Der Inhalt
Spannung wird nur durch Schwierigkeiten erzeugt, auf die der Protagonist stößt. Ohne Schwierigkeiten ist es keine Geschichte, nur eine erzählte Begebenheit.  Der Protagonist muss alles in seiner Macht stehende tun, um das Ziel zu erreichen. Je schwieriger es füre ihn ist, um so spannender ist die Geschichte. Am besten der Autor stellen Sie sich, noch bevor Sie den Rechner hochfahren, die Frage: Was ist das Ziel des Protagonisten? Was will er erreichen und was wird er tun, um es zu bekommen?
Was passiert, wenn er es nicht bekommt? Da es eine Kurzgeschichte ist, nur ein Problem mit einer Lösungsstrategie.


3.) Der Schluss
 
Am besten ist ein offener Schluss, bei dem sich der Leser ausmalen muss, ob der Protagonist tatsächlich mit dem erreichten Ziel glücklich ist
- H.P. Lovecraft Ende
- Schlusswende: das Einsehen oder das Fügen in das Schicksal
- Die Pointe bei witzigen Geschichten